Michael Braun (Köln)

Wem gehört die Geschichte?
Erinnerungsroman und Erinnerungsfilm

„Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es hat uns nicht verlassen“, schreibt Aleida Assmann. Dabei ist die Präsentation und die Präsenz-Machung der Vergangenheit im kulturellen Gedächtnis ein ästhetisch aufschlussreicher Vorgang. Romane und Filme erinnern Zeitgeschichte, indem sie Geschichten erzählen und dabei die Geschichte weniger historisch rekonstruieren als vielmehr narrativ reimaginieren. Besondere Aufmerksamkeit zieht die Neujustierung des Verhältnisses von Fakten und Fiktionen auf sich. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Inszenierung exemplarischer kultureller Erinnerungsorte aus Krieg, Holocaust, Widerstand in Romanen und Filmen der letzten Dekade. Untersucht werden vor allem die gewandelten Strategien der Fiktionalisierung, wie auch die Relation von Ethik und Ästhetik und die Frage des Lernens aus der Geschichte.


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