Thorsten Päplow (Västerås)

Andere Wege zum Ich – Geschwisterkonstellationen in S. Scheuermanns Die Stunde zwischen Hund und Wolf  und N. Scheuers Flußabwärts

Spätestens seit Freud lässt sich die Erforschung des Ich als eines der großen Themen der westlichen Kulturen und Gesellschaften betrachten, die sich ebenfalls in der Literatur widerspiegelt. Dies kommt unter anderem in der großen Anzahl und Spannbreite autobiographischer Texte, an den Diskussionen zur Autofiktion, an literaturwissenschaftlichen Fragenstellungen nach dem Ich, bei denen die Beschäftigung mit dem Ich nicht nur beispielhaft und repräsentativ angelegt ist, aber auch in fiktionalen Texten festmachen. Dieser Beitrag befasst sich mit einem Aspekt der Auseinandersetzung mit dem Ich in zwei fiktionalen Texten, in denen die Annäherung an das Ich wesentlich im Rahmen von kontrastiv geprägten Spiegelungen mit der Schwester (Stunde zwischen Hund und Wolf  ) bzw. dem Bruder (Flußabwärts), als genetisch sowie umfeldbedingte ‚Verwandte‘, als „Kopie“ (Scheuermann 5), ausgeleuchtet wird. In diesem Zusammenhang fällt u.a. die Rolle auf, die Wasser als (verbindendes) Urelement oder sogar als Ursprung allen Seins in beiden Texten spielt.

Advertisements