Kathrin Friederike Spogis (Riga)

Walter Kempowskis Zusammenarbeit mit dem Amerikanischen Geheimdienst und die anschließende literarische Verarbeitung der Haftzeit

In diesem Vortrag soll es um den norddeutschen Schriftsteller Walter Kempowski (*9. April 1929 in Rostock; † 5. Oktober 2007 in Rotenburg an der Wümme) und seine so genannte „Zusammenarbeit” mit dem amerikanischen Geheimdienst CIC und jener speziellen Arbeitseinheit in Wiesbaden in den Jahren 1947 und 1948 gehen, die die Grundlage für den Verdacht der Spionage lieferte, vorsah und es letztlich durch den NKWD auch durchführte, ihn zu 25 Jahren Haft zu verurteilen. Die Umstände der Haft beinhalteteten unter anderem Gemeinschafts- und Schreibentzug. Die Gründung eines Gefängnischores gelang ihm nach einiger Zeit. Schwerer als die Umstände der Haft wogen vermutlich die Schuldgefühle, die den jungen Kempowski plagten, da seine Mutter ebenfalls bestraft wurde, wegen „Nichtanzeigens” seiner und seines Bruders Straftaten. Im März 1956 wurde Kempowski vorzeitig aus dem Gefängnis in Bautzen entlassen und ging nach Göttingen, mit dem Ziel des Pädagogikstudiums.
Im Mittelpunkt des Vortrags wird die anschließende literarische Verarbeitung seiner Erlebnisse und Gefühle stehen, die Kempowski unter anderen in seinen Werken „Im Block. Ein Haftbericht” bzw. „Ein Kapitel für sich”, in der „Deutschen Chronik” und „Uns geht’s ja noch Gold” zum Ausdruck brachte. Ein weiterer Kern wird  die Rezeption in der Bundesrepublik Walter Kempowskis dieser vorgestellten Werke sein.
Auch wird das ihm eigene Montage-/Collageprinzip, das K. insbesondere im Echolot nutzte, näher beleuchtet, welches sowohl Grundlage seiners späteren schriftstellerischen, als auch einen Teil seines pädagogischen Schaffens darstellte und einen Großteil seiner Werke umfasst. Eben dieses pädagogische Schaffen und seine Hintergründe werden ebenfalls vorgestellt.

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