Wolf Wucherpfennig (Roskilde/Birkerød)

Mörikes Gedicht ”Im Frühling”

Mörikes Gedicht, zunächst noch ohne Titel, stammt aus einem Brief, den der Dichter am 13. Mai 1828 an den Freund Johannes Mährlen schrieb; es erschien, mit Titel versehen, zuerst am 17. Juli 1828 im Morgenblatt für gebildete Stände, 1832 dann im Roman Maler Nolten, und 1838 in der ersten Gedichtsammlung. Ich mute dem Gedicht zu, für sich allein als Kunstwerk zu gelten, und betrachte es in der Fassung letzter Hand, so wie es in der letzten, noch von Mörike selbst besorgten Sammlung von 1867 erscheint. Die eingehende Interpretation soll aufzeigen, was am sprachlichen Kunstwerk über die Sprache solcherart hinausgeht, dass es fähig wird zu sagen, was das moderne Ich ist, gerade auch dort, wo das Ich seinen blinden Fleck hat und sich selbst unsagbar ist: in seiner nicht auszudeutenden Vergänglichkeit.

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