Julija Kokina (Riga)

Diskurs zum Thema Wirtschaft in den öffentlichen Medien in Deutschland und Lettland. Interlingualer Vergleich und interkulturelle Interpretation

Mit der zunehmenden Internationalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen in den letzten Jahre gewinnt immer mehr an Bedeutung die mündliche kommunikative Kompetenz. Der Beitrag verfolgt somit das Ziel, die linguistischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der mündlichen Kommunikation in den öffentlichen Medien (Sendungen, Debatten im Fernsehen) zum Thema Wirtschaft in Deutschland und Lettland vorzustellen und kontrastiv zu analysieren. Der Ausgangspunkt dafür ist die Beobachtung, dass  trotz der internationalen Verbreitung der Sendeformate und Muster, die den Verlauf und Aktivitäten der Sendungen bestimmen (Argumentation, Beschuldigungen, Vorwürfe u.a.), auch bestimmte nationale Eigenarten bestehen. Die Aufgabe dieses Beitrags ist, charakteristische Struktur- und thematische Merkmale der Sendung zum Thema Wirtschaft vorzustellen. Damit orientiert sich der Beitrag auf Themen-, Struktur- und Kontaktanalyse. Dabei werden in die Analyse auch paraverbale Äußerungen (z.B. durch Tonfall,  Akzentuierung, Schweigen u. a.) und nichtverbale Verständigung (z.B. mimisch, gestisch, über Blickkontakte) einbezogen. Es geht vor allem um die Beantwortung von Fragen: Wie wird die thematische Entwicklung gesteuert? Wer initiiert das Hauptthema der Sendung und wer bestimmt die Themenentfaltung? Wie geschieht ein Wechsel des thematischen Musters? Wie werden Vorschläge und Argumentation in das Gespräch eingebracht und wie wird ein Konflikt ausgetragen und geregelt? Welche strukturellen Interaktionsprobleme entstehen in den Debatten und welche Formen der Beteiligung/Selbstpräsentation herrschen vor?