Helju Ridali (Tallinn)

Feste Wendungen in „Manuductio ad Linguam Oesthonicam“ (1660) von Heinrich Göseken

Im 17. Jh. wurde durch das Verfassen der ersten estnischen Grammatiken der Grundstein für die Herausbildung und Entwicklung der (alt)estnischen Schriftsprache gelegt. Die Initiative ging von Geistlichen aus, die ihre Ausbildung in Deutschland bekommen, sich aber im Baltikum niedergelassen hatten, um hier ihrem Beruf im Dienste der evangelischen Kirche nachzugehen. Heinrich Göseken war Pastor in Kullamaa und Probst und Assessor des Konsistoriums in Tallinn. Sein Hauptwerk „Manuductio ad Linguam Oesthonicam. Die Anführung zur Öhstnischen Sprache“ (547 Seiten) besteht aus der Einleitung, dem grammatischen Teil, dem Wörterverzeichnis/ Wörterbuch und dem Anhang. Die Beschreibungssprache in „Manuductio…“ ist Deutsch. Das deutsch – estnische Wörterbuch, aus dem die untersuchten festen Wendungen stammen, enthält 9000 bis 10000 Stichwörter. Zu den festen Wendungen im erwähnten Wörterbuch lagen bis jetzt keine Untersuchungen vor. Nach der Zeichenfunktion werden die Phraseme in referentielle, strukturelle und kommunikative Phraseologismen eingeteilt. Zu all den genannten Gruppen gibt es in „Manuductio…“reichlich Belege. Im Referat wird auf die Form- und Bedeutungsänderung der deutschen festen Wendungen des 17. Jahrhunderts eingegangen, ebenso auf ihre estnischen Entsprechungen.