Egita Proveja (Ventspils)

Zur Rolle und Anwendung von Konstruktionsglossaren im fachsprachlichen Übersetzungsunterricht

Im Rahmen des fachsprachlichen Übersetzungsunterrichts erfolgt die Vermittlung von unterschiedlichen translatorischen Kompetenzen. Neben Fach-, Kultur- und prozeduralem Wissen spielt auch die sprachliche Kompetenz eine herausragende Rolle, und dies sowohl in der Fremd-, als auch in der Muttersprache. Die Studierenden sind insbesondere darauf zu sensibilisieren, sich mit ihren Arbeitssprachen zielgerecht und vor allem kontinuierlich zu beschäftigen.
Im Rahmen des zweijährigen EU-Projekts „Konstruktionsglossare im Fachsprachenlernen – Deutsch, Estnisch, Lettisch, Litauisch (KoGloss)” werden anhand von einer eingangs definierten Textsorte, dem Konjunkturbericht, Konstruktionsglossare in vier Sprachen erstellt. Die Durchführung des Projekts erfolgt in Kooperation von Studierenden, Dozenten und externen Experten. Im beabsichtigten Vortrag soll auf die praktische Umsetzung der projektbezogenen Aufgaben im Rahmen des fachsprachlichen Übersetzungsunterrichts eingegangen werden. Anhand von Beispielen soll zunächst veranschaulicht werden, dass bei den Studierenden nicht selten an Wissen von Konstruktionen in der Fremdsprache mangelt. Hervorzuheben ist aber die Feststellung, dass auch die muttersprachliche Kompetenz in Bezug auf die Konstruktionen nicht immer ausreichend ist: Der Trend zu einer sprachlichen Vereinfachung durch Verwendung des Verbs „machen” in Verbindung mit zahlreichen Substantiven sei nur als eines der häufigsten Routinebeispiele erwähnt.
Durch Bearbeitung der im Rahmen des Projekts zu einem Korpus erfassten Texte und eine gezielte Suche nach Konstruktionen, durch ihre Beschreibung, Analyse, Bewertung u.ä. in der Lernumgebung Moddle  wird somit das Ziel verfolgt, im Rahmen des fachsprachlichen Übersetzungsunterrichts (Übersetzungsübung zum Thema Finanzwesen, Studierende des 6. Semesters) eine Sensibilisierung der Studierenden hinsichtlich ihrer fremd-, insbesondere aber ihrer muttersprachlichen Kompetenz herbeizuführen. Somit wird der Versuch unternommen, eine Methodik zu einer zielgerichteten Beschäftigung mit der Sprache vor einem fachlichen Hintergrund anzubieten. Im Vortrag sollen das methodische Vorgehen, die während des Semesters nachgewiesenen Ergebnisse sowie die seitens der Studierenden erfolgte Eigenevaluierung präsentiert werden.

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