Mariann Skog-Södersved (Vaasa)

Übersetzen und Synonyme am Beispiel von svår und schwer/schwierig

Beim Übersetzen kann man unterschiedlichen sprachlichen Problemen begegnen. Es sind dabei nicht immer die größeren Unterschiede zwischen zwei Sprachen, die sie verursachen. Auf der lexikalischen Ebene kann es sich z. B. darum handeln, dass es in der Zielsprache für ein ausgangssprachliches Wort mehrere Entsprechungen gibt, die aber nicht bedeutungsgleich sind (sog. Eins-zu-viele-Entsprechungen). Es gilt dann im einzelnen Text, die jeweils richtige Entsprechung zu wählen. Für das ausgangssprachliche Wort können auch zielsprachliche Synonyme als Entsprechungen vorkommen. Synonyme sind jedoch nur selten in jeder Hinsicht bedeutungsgleich. Ein Beispiel hierfür ist das schwedische svår, das entweder mit schwer oder schwierig ins Deutsche zu übersetzen ist.
Im Schwedischen hat svår mehrere Bedeutungen. Man könnte annehmen, dass das schwedische Adjektiv, von der im Text aktualisierten Bedeutung abhängig, entweder schwer oder schwierig – oder eventuell beides – als deutsche Entsprechung hat. Die formale Ähnlichkeit von svår und schwer führt beim schnellen Übersetzen (Dolmetschen) aus dem Schwedischen ins Deutsche wahrscheinlich zum Verwenden von schwer, auch dann, wenn schwierig die bessere Alternative wäre. Die Wahl wird, wie schon angedeutet, dadurch nicht einfacher, dass schwer und schwierig manchmal in ein und demselben Satz ohne eigentlichen denotativen Bedeutungsunterschied gebraucht werden können, wenn auch Unterschiede in der Verwendungshäufigkeit nachzuweisen sind. Mit anderen Worten, wann heißt nun svår schwer und wann schwierig auf Deutsch?
Im Vortrag wird versucht, die Wahl zwischen schwer und schwierig als Entsprechung für das schwedische Adjektiv svår zu erläutern. Dies geschieht anhand von früherer Forschung zu den beiden deutschen Synonymen, Angaben in etymologischen und in ein- und zweisprachigen Wörterbüchern der Gegenwartssprache sowie anhand der Verwendung der Adjektive in Texten. Feste Wortverbindungen (sowie die Bedeutung ‘gravis’) bleiben unberücksichtigt.

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