Sigita Barniškienė (Kaunas)

Der fremde Blick auf die nationalen Eigenschaften der Litauer in den deutschen Essays

Im Vortrag geht es um die Art und Weise der Beschreibung der Eigenheiten der litauischen Kultur, des alltäglichen Lebens, der gesellschaftlichen Umgangsformen, der Charaktere von Menschen und ihrer Lebensweise durch gegenwärtige deutschsprachige Autorinnen und Autoren in ihren Essays: das sind Beiträge von Stephan Wackwitz, Benedikt Vogel, Cornelius Hell und Robert Bosch Stiftung Lektorinnen Angela Hohlfeldt, Lorraine-Jeanette Albert und Lektor Jürgen Buch.
Ihre Schreibanlässe sind unterschiedlich, doch ihre Aufsätze werden durch ein Thema vereint – Litauen nach der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit 1990 in ihren Auffassungen, mit ihren Bewertungen und Beurteilungen.
Als theoretische Grundlage für die Analyse der gewählten Essays sollen Überlegungen über die westeuropäische Konsumgesellschaft und ihre Werte in der globalisierten Welt von Gerhard Schulze, Jean Baudrillard, Richard David Precht und Reinhard Jirgl dienen.
Wie sind die Einschätzungen der osteuropäischen Realität durch ihre westlichen Nachbarn? Welche Einstellungen und Lebenshaltungen prägen einen westeuropäischen Intellektuellen, der mit seinen Maßstäben das Leben in Litauen einschätzt und beurteilt?
Auf diese Fragen versuche ich in meinem Vortrag Antworten zu finden, die eventuell einige Einsichten zum Problem der Fremdwahrnehmung der eigenen Kultur beisteuern werden. Ein kurzer Vergleich der gewählten Texte mit einem älteren ( Kaunas-Impressionen von Richard Dehmel in seinem „Kriegstagebuch“ aus dem Jahre 1919) kann epochenabhängige Unterschiede in der Behandlung des gleichen Themas herausstellen.