Martin Hellström (Borås)

Fabelhaft: Ameise und Grille, gegrillte Ameisen und gute Ratschläge für Grillen – Plädoyer für genaues Lesen im (fremdsprachlichen) Literaturunterricht

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Fabelmotiv von Ameise und Grille von der Antike bis zur Neuzeit (Schülertexte aus Göteborg aus dem Jahr 2001). Dabei wird auf die Bedeutung sowohl des jeweiligen zeitlichen und kulturellen Kontextes wie auch der unterschiedlichen Genres in Bezug auf die Charakterisierungen der Fabeltiere eingegangen, die in den Texten entsprechend mutiert, fusioniert oder substituiert werden können. Die intertextuelle, komparatistische Beschäftigung mit Fabeln vermittelt nicht nur ein entsprechendes literarisches und kulturelles Wissen, sondern schult auch ein genaues Lesen, da die Unterschiede in den Texten oft nur auf wenige Worte begrenzt sind. Die propädeutische Bedeutung des genauen Lesens kann nicht genug betont werden sowohl für den Literatur- als auch für den Sprachunterricht. Dort bieten sich Fabeln nicht zuletzt als eine Schulung auch für einen kreativen Umgang mit literarischen Texten an.