Moritz Schramm (Odense)

Post-migrantische Herausforderungen: Fatih Akıns frühe Filme

Spätestens seit dem Gewinn des Golden Bären bei den Filmfestspielen in Berlin 2004 zählt Fatih Akın zu den bekanntesten und einflussreichsten Regisseuren im aktuellen Deutschland. Mit Filmen wie Kurz und Schmerzlos (1998), Im Juli (2000), Gegen die Wand (2004), Auf der anderen Seite (2007), Soul Kitchen (2009) hat Akın schon jetzt eine Sonderstellung im gegenwärtigen deutschen Film eingenommen. In dem Vortrag will ich vor allem die frühen Filme Akıns diskutieren und mit der post-migration-Bewegung im gegenwärtigen Deutschland in Verbindung setzen. Während Akıns Filme in Teilen der Öffentlichkeit noch immer mit dem hoch problematischen Label ”Migrationsfilm” versehen werden, haben Akın und andere zeitgenössische Künstler längst die post-migrantische Kunst ausgerufen: eine Kunst, die sich weniger mit der Migration als mit den aktuellen Anforderungen einer post-migrantischen, multikulturellen Gesellschaft auseinandersetzen. In dem Vortrag will ich versuchen, anhand der frühen Filme von Akın mögliche Eckpunkte einer Theorie der post-migrantischen Kultur zu skizzieren. Andere Künstler und Kunstformen werden möglicherweise mit herangezogen, so beispielsweise Literatur und Theater.

Advertisements