Martin Wichmann (Helsinki)

Metaphern und metaphorische Konzepte im Zuwanderungsdiskurs – ausgewählte empirische Analysen

Von Parallelgesellschaft über Multikulti-Schmuselinie bis hin zur Zwangsgermanisierung: Metaphern spielen im aktuellen Zuwanderungsdiskurs eine zentrale Rolle. Im Zentrum des Promotionsvorhabens (Betreuung: Prof. Dr. Gisela Brünner, Dortmund) steht das Ziel, den kommunikativen Umgang mit dem Fremden anhand der Analyse der Metaphorik im Zuwanderungsdiskurs herauszuarbeiten. Insofern gibt die Analyse der Metaphorik – zumindest partiell – auch Aufschluss über das gesellschaftliche und kulturelle Selbstverständnis in Bezug auf Zuwanderung.
Zunächst werde ich auf den theoretischen Rahmen (kognitive Metapherntheorie von George Lakoff & Mark Johnson) eingehen, zentrale Begriffe definieren und auch kurz auf die aktuelle metapherntheoretische Diskussion Bezug nehmen. Anschließend werde ich den Forschungsstand zur Analyse der Metaphorik im Zuwanderungsdiskurs skizzieren, die methodische Vorgehensweise erläutern und das Korpus vorstellen.
Das Korpus gliedert sich in drei Teilkorpora. Teilkorpus I umfasst die Grundsatzprogramme und Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2009 von SPD, CDU, CSU, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen, Die Linke und NPD. Teilkorpus II beinhaltet ausgewählte Bundestagsdebatten von 2008 bis 2011 und Teilkorpus III umfasst ausgewählte Sendungen der politischen Talkshows „Anne Will“ (ARD), „Maybrit Illner“ (ZDF) und „Hart aber fair“ (ARD) aus den Jahren 2008 bis 2010. Auch werde ich erläutern, warum mir gerade die Berücksichtigung mündlicher Daten und der damit verbundene gesprächsanalytische Zugriff notwendig und sinnvoll erscheinen.
Im Zentrum des Vortrags wird vor allem die Diskussion methodischer Fragen stehen. Diese werde ich jeweils an empirischen Beispielen aus dem Korpus veranschaulichen, problematisieren und anschließend (ggf. gemeinsam mit eigenen Lösungsvorschlägen) zur Diskussion stellen. Die Fragen betreffen die Analyseziele, die aus den Analysekategorien abgeleiteten Ergebnisse und auch die Analysekategorien selbst (vor allem Gebräuchlichkeitsgrad, Aufgreifen von Metaphern in der Interaktion, Formen der Metaphernkritik und Funktionen der Metaphern).